Tourenplanung im Transport: Praxisleitfaden für kleine und mittlere Transportunternehmen
In kleinen und mittleren Transportunternehmen plant meist der Disponent die Touren – mit Karte, Telefon und Erfahrung. Das funktioniert gut, wenn Sie ein paar einfache Regeln befolgen und das Ergebnis messen. Im Folgenden finden Sie die Planungsschritte, die Kennzahlen, die sich lohnen, und den Punkt, ab dem sich eine eigene Tourenoptimierungssoftware rechnet.
Die Planungsschritte (kurze Antwort)
- Sammeln Sie die Aufträge des Tages oder der Woche und bündeln Sie sie nach Gebiet und Lade-/Entladezeitfenster.
- Suchen Sie bei jeder langen Fahrt schon in der Planung nach einer Rückladung aus dem Entladegebiet.
- Prüfen Sie Entfernung und Straßengebühren (Lkw-Maut, Vignetten, Kilometergebühren im Ausland), bevor Sie einen Preis nennen.
- Berechnen Sie die Lenkzeit: höchstens 9 Stunden pro Tag (zweimal pro Woche 10), 45 Minuten Pause nach 4,5 Stunden, höchstens 56 Stunden pro Woche (VO (EG) 561/2006).
- Weisen Sie Fahrer und Fahrzeug passend zu Kapazität und Fristen zu (Hauptuntersuchung, Versicherung, Fahrerqualifizierung) und notieren Sie die geschätzte Entfernung.
- Vergleichen Sie nach der Zustellung geplantes Datum und geplante Kilometer mit den tatsächlichen Werten und passen Sie Ihre Regeln für das nächste Mal an.
Die Kennzahlen, die sich lohnen
- Leerkilometeranteil: Kilometer ohne Ladung geteilt durch Gesamtkilometer, pro Fahrzeug und Monat.
- Kosten pro Kilometer: Kraftstoff, Maut, Löhne, Leasing, Versicherung und Wartung, geteilt durch die gefahrenen Kilometer.
- Erlös pro Kilometer jeder Fahrt – so sehen Sie, welche Kunden und Strecken wirklich Geld bringen.
- Die Termintreue gegenüber dem geplanten Datum.
Wann sich eine Tourenoptimierungssoftware lohnt
Manuelle Planung vs. eigene Tourenoptimierungssoftware
| Situation | Manuelle Planung reicht | Eine eigene Software lohnt sich |
|---|---|---|
| Art der Fahrten | Komplettladungen, wenige Stopps | Verteilerverkehr mit Dutzenden Stopps pro Tag |
| Flottengröße | Wenige Fahrzeuge, ein Disponent | Viele Fahrzeuge und tägliche Touren |
| Rahmenbedingungen | Breite Lieferzeitfenster | Enge Zeitfenster, Lkw-Beschränkungen |
Häufige Fehler
- Sie nehmen eine Fahrt an, ohne an die Rückfahrt zu denken – der Lkw kommt leer zurück.
- Sie kalkulieren nach Kartenentfernung, ohne Maut und Wartezeit beim Laden.
- Sie planen ohne die vorgeschriebenen Pausen – eine „pünktliche“ Zustellung wird rechtlich unmöglich.
- Sie vergleichen nie Plan und Wirklichkeit – dieselben Fehler wiederholen sich.
Beispiel
Ein veranschaulichendes Beispiel: Ein Lkw bringt Ware von Nürnberg nach Mailand und fährt leer zurück – rund 650 km ohne Erlös. Sucht der Disponent frühzeitig eine Ladung von Italien zurück nach Deutschland, bringen dieselben Kilometer in beide Richtungen Geld. Die Zahlen hängen vom Markt ab; entscheidend ist, dass die Rückfahrt zusammen mit der Hinfahrt geplant wird, nicht danach.
So hilft Ihnen 4transports
- 4transports optimiert Touren nicht automatisch: Sie planen jede Fahrt manuell, mit Abholort, Ziel, Datum, Ladung und der von Ihnen eingegebenen Entfernung.
- Sie weisen Fahrer und Fahrzeug zu und sehen deren Fristen (Hauptuntersuchung, Versicherung, Führerschein, Fahrerqualifizierung) an einem Ort.
- Sie verfolgen den Fahrtstatus (geplant, unterwegs, zugestellt, abgerechnet), und der Bericht zeigt den Monatsumsatz und die Termintreue.
- Wenn Sie eine Tourenoptimierungssoftware nutzen, bleibt diese ein eigenes Produkt, das Sie neben 4transports einsetzen.